Was heißt das eigentlich?
36 wichtige Begriffe – mit englischer Entsprechung und einer kurzen Erklärung. Damit aus unbekannten Wörtern ein verständlicher nächster Schritt wird.
36 Begriffe
Abgabebestätigung
Submission receipt- Die Bestätigung der erfolgreichen formalen Übermittlung. Prüfen Sie Inhalt und Zeitstempel; ein hochgeladenes Dokument allein ist noch kein Beleg für eine Abgabe.
Angebotsfrist
Tender deadline- Der späteste zulässige Eingang des Angebots. Datum, Uhrzeit, Zeitzone und mögliche Änderungen immer in den Originalunterlagen prüfen.
Auftraggeber
Buyer / contracting authority- Die Organisation, die die Leistung einkauft. Bei öffentlichen Aufträgen ist häufig eine Behörde oder öffentliche Einrichtung zuständig.
Ausschreibung
Tender opportunity- Ein Auftraggeber beschreibt, was er beschaffen möchte und wie Unternehmen sich beteiligen können. Unterlagen und Verfahrensregeln bestimmen den konkreten Ablauf.
Bekanntmachung
Procurement notice- Die veröffentlichte Information zu einem Verfahren. Sie führt zu den maßgeblichen Unterlagen; die Kurzbeschreibung allein reicht für ein Angebot nicht aus.
Bieter
Tenderer / bidder- Ein Unternehmen oder eine Bietergemeinschaft, das beziehungsweise die ein Angebot abgibt.
Bieterfrage
Clarification question- Eine Frage zum Verfahren oder zu den Unterlagen über den vorgesehenen Kommunikationsweg. Antworten und Änderungen weiter beobachten.
Bietergemeinschaft
Joint bidding group / consortium- Mehrere Unternehmen treten gemeinsam auf. Rollen, Erklärungen und Verantwortlichkeiten müssen zu den Vorgaben passen.
Bietertool
Tender preparation tool- Eine vom Portal unterstützte Anwendung zur Bearbeitung oder Abgabe. Ob Browser oder lokale Software erforderlich sind, hängt vom Verfahren ab.
Bindefrist
Tender validity period- Der Zeitraum, in dem das Unternehmen an sein Angebot gebunden ist. Er ist von der Frist zur Abgabe zu unterscheiden.
CPV-Code
Common Procurement Vocabulary code- Eine standardisierte Kategorie für die gesuchte Leistung. Sie hilft beim Suchen, ersetzt aber nicht das Lesen der Leistungsbeschreibung.
EEE / ESPD
European Single Procurement Document- Eine standardisierte Eigenerklärung für bestimmte öffentliche Vergaben. Ob und wie sie verwendet wird, steht in den Unterlagen.
Eigenerklärung
Self-declaration- Eine Erklärung des Unternehmens zu abgefragten Tatsachen. Nutzen Sie die geforderte Fassung und machen Sie zutreffende Angaben.
Eignung
Suitability / selection- Die Prüfung, ob ein Unternehmen die geforderten beruflichen, wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen erfüllt.
Eignungsleihe
Reliance on another entity’s capacities- Ein Unternehmen beruft sich unter bestimmten Voraussetzungen auf Kapazitäten Dritter. Das verlangt mehr als eine lose Absprache.
Elektronische Signatur
Electronic signature- Eine elektronische Form des Signierens. Welche Art gegebenenfalls verlangt ist, ergibt sich aus den Verfahrensvorgaben.
Gewichtung
Weighting- Die Bedeutung eines Bewertungskriteriums im Verhältnis zu anderen. Die veröffentlichte Methode ist maßgeblich.
Leistungsbeschreibung
Specification- Sie erklärt die benötigte Leistung und Anforderungen. Ihr Angebot muss nachvollziehbar darauf eingehen.
Leistungsverzeichnis
Schedule of works / items- Eine gegliederte Liste der geforderten Positionen, häufig mit Mengen und auszufüllenden Preisen. Struktur und Vorgaben beachten.
Los
Lot- Ein abgrenzbarer Teil eines Auftrags, etwa eine Region oder Fachleistung. Prüfen Sie, welche Lose Sie anbieten dürfen und welche Anforderungen je Los gelten.
Mindestanforderung
Minimum requirement- Eine Bedingung, die erfüllt werden muss. Ein attraktiver Preis ersetzt eine fehlende verbindliche Mindestanforderung nicht.
Nachforderung
Request for missing information- Eine mögliche Anforderung fehlender oder unklarer Unterlagen nach den anwendbaren Regeln. Verlassen Sie sich nicht darauf, Fehler später beheben zu dürfen.
Nachunternehmer
Subcontractor- Ein anderes Unternehmen übernimmt einen Teil der Leistung. Offenlegung, Nachweise und Zustimmung können vorgeschrieben sein.
Nebenangebot
Variant tender- Eine vom verlangten Hauptangebot abweichende Lösung. Sie ist nur nutzbar, soweit Varianten zugelassen sind und die Anforderungen eingehalten werden.
Offenes Verfahren
Open procedure- Ein Verfahrensmodell, bei dem interessierte Unternehmen ein Angebot einreichen können. Eignung, Vorgaben und Fristen bleiben entscheidend.
Präqualifikation
Prequalification- Eine vorgelagerte Prüfung bestimmter Unternehmensnachweise. Sie ist kein automatischer Zuschlag und ersetzt nicht jede auftragsbezogene Anforderung.
Referenz
Reference contract- Ein Nachweis früherer vergleichbarer Leistung. Prüfen Sie Umfang, Zeitraum und zulässige Nachweise; nichts erfinden.
TED
Tenders Electronic Daily- Das EU-Portal für bestimmte öffentliche Bekanntmachungen. Es zeigt Informationen und weiterführende Links; Ihr Angebot gehört auf den im Verfahren benannten Abgabeweg.
Teilnahmeantrag
Request to participate- Eine Bewerbung für die Teilnahme an einem mehrstufigen Verfahren. Sie ist noch nicht automatisch das eigentliche Preis- und Leistungsangebot.
Textform
Text form- Eine bestimmte Form der Erklärung. Sie ist nicht automatisch mit einer qualifizierten elektronischen Signatur gleichzusetzen; die konkrete Vorgabe lesen.
UVgO / VgV / VOB/A
German procurement rule sets- Unterschiedliche Regelwerke mit unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Welche Regeln gelten, hängt unter anderem von Auftrag, Auftraggeber und Verfahren ab.
Vergabeunterlagen
Procurement documents- Das gesamte Paket mit Leistungsbeschreibung, Bedingungen, Formularen und Verfahrensinformationen. Aktualisierungen gehören ebenfalls dazu.
Verhandlungsverfahren
Negotiated procedure- Ein Verfahrensmodell mit besonderen Regeln zur Auswahl und gegebenenfalls Verhandlung. Daraus folgt kein allgemeines Recht, nach jeder Abgabe nachzuverhandeln.
Wertungsmatrix
Evaluation matrix- Eine geordnete Darstellung von Kriterien, Gewichten und Bewertung. Nutzen Sie sie zur Strukturierung, ohne sich eigene Zuschlagsregeln auszudenken.
Zuschlag
Contract award- Die Entscheidung beziehungsweise Erklärung zur Auftragsvergabe im jeweiligen Verfahren. Eine gute Platzierung ist noch nicht automatisch ein Vertrag.
Zuschlagskriterien
Award criteria- Die veröffentlichten Maßstäbe zur Bewertung zulässiger Angebote. Das können etwa Preis, Qualität oder bestimmte Leistungsaspekte sein.
Die Kurzdefinitionen sind Orientierung. Für Form, Fristen und Rechte gelten die konkreten Unterlagen und die anwendbaren Regeln.
Quellen und weiterführende Originale